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Personalmanagement – Work-Life-Balance – Arbeits- und Gesundheitsschutz

Workshop

Datum
  • 20 März, 2012 - 11:00 - 17:30
Raum
  • LG 0.222/3
Kontakt

  • Daniel Schmidt

In Zeiten des demographischen Wandels, knapper Ressourcen und einer Verlagerung in Richtung einer Dienstleistungsgesellschaft, gelangen immer mehr Unternehmen zur Erkenntnis, dass ihre Mitarbeiter der bedeutendste Faktor ihres Erfolgs sind. Die Bindung dieser wertvollsten Ressource steht somit im Mittelpunkt des Personalmanagements und es stellt sich die Frage: Was kann das Unternehmen tun, damit es die Mitarbeiter/innen hält, die nur schwer oder nicht zu ersetzen sind. Dies gewinnt auch aufgrund des demographischen Wandels und des damit verbundenen Mangels an Fachkräften zunehmend an Bedeutung. Dadurch rücken arbeitswissenschaftliche Themen zunehmend in den Fokus, wie z. B. die Work-Life-Balance, also das ausgeglichene Verhältnis zwischen Arbeit und anderen Lebensbereichen. Aber nicht nur die Work-Life-Balance, sondern auch die Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz bzw. im Arbeitsumfeld müssen stets so gestaltet sein, dass sie nicht nur die Anforderungen an Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten erfüllen, sondern auch ein humanes und persönlichkeitsförderliches Umfeld bieten.
Bei einer Umfrage zur Mitarbeiterbindung kristallisierte sich als wichtigster Faktor die „Work-Life-Balance“ heraus, weit vor „Weiterbildungsmöglichkeiten“ und „Anerkennung der Arbeit im Unternehmen“. Dabei steht im Vordergrund, dass jede/r Mensch eine persönliche Work-Life-Balance besitzt, die in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich ausgeprägt ist. Die Work-Life-Balance wird von mehreren Faktoren beeinflusst: Dies sind einerseits persönliche Bedingungen, Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeitenden, andererseits betriebliche Gestaltungsfaktoren, wie die Unternehmenskultur, die Arbeitsgestaltung, vorhandene Arbeitszeitmodelle, die angebotene Karriereplanung, sowie Aus- und Weiterbildungsangebote für alle Mitarbeitenden.
Vor dem Hintergrund der Ausdehnung der Lebensarbeitszeit spielt auch die Gesunderhaltung des Personals eine wichtige Rolle in Betrieben und Unternehmen. Es liegt in der Verantwortlichkeit des Arbeitgebers, die Arbeitsverhältnisse regelmäßig an sich verändernde Rahmenbedingungen anzupassen und zu verbessern. Die Pflicht des Arbeitgebers in Form von Gefährdungsanalysen physische und psychische Belastungen am Arbeitsplatz aufzudecken birgt auch die Chance für das Unternehmen, eventuell vorherrschende Belastungen zu verringern, die Arbeitsverhältnisse zu verbessern und somit die Arbeitsplätze nachhaltig zu verbessern. Die Eigenverantwortung der Mitarbeiter für die Erhaltung Ihrer Gesundheit wird dadurch in Anspruch genommen, dass Empfehlungen für ergonomisch sinnvolle Arbeitsweisen und einen gesundheitsorientierten Lebensstil von den Mitarbeitern auch umgesetzt werden müssen.
Im Rahmen des Workshops sollen interaktiv Zusammenhänge zwischen Personalmanagement, Work-Life-Balance und Arbeits- und Gesundheitsschutz erarbeitet werden, sowie praktische Konzepte dargestellt werden, wie es gelingen kann, den beschriebenen Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Als Ergänzung zum Workshop dient ein „Buffet der Wahrnehmung“, das nachfolgend kurz beschrieben wird.

Das Buffet der Wahrnehmung

Das Buffet der Wahrnehmung stellt die Frage: „Wie fühlen Sie sich heute? Sind Sie in Balance?“ und lädt ein, das eigene Verhältnis zwischen ARBEIT und LEBEN wahrzunehmen und sichtbar zu machen. In einem zweiten Schritt werden die Teilnehmer gebeten, ihren Blick in die Zukunft zu lenken und sich zu fragen: „Wie wünsche ich mir meine Balance?“ und auch diese Einschätzung zu visualisieren.
Als Medium der Visualisierung dienen zwei Reagenzgläser (jeweils eines für die beiden Zeitpunkte „heute“ und in „Zukunft“), in die – entsprechend der eigenen Wahrnehmung – unterschiedlich farbiger Sand gefüllt wird, der jeweils 3 verschiedenen Fragestellungen aus den Bereichen ARBEIT und LEBEN entspricht. Anschließend werden die beiden Röhrchen nebeneinander an eine Wand gehängt und verglichen, so dass die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem aktuellen Balance-Zustand und der gewünschten Balance sichtbar werden.

Kontaktinformationen
Dipl.-Ing. Daniel Schmidt
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
ifab – Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation
Kaiserstr. 12
76131 Karlsruhe
Telefon: +49 721 608-44712
Fax: +49 721 608-47935
E-Mail: Daniel.Schmidt@kit.edu

Sessions

20. März 2012
Zeit
11:00 - 11:05 Begrüßung Gert Zülch
11:05 - 11:30 Metaplanabfrage: "Was verstehen Sie unter 'Work-Life- Balance" & "Welche Faktoren beeinflussen die Work-Life-Balance?" Gert Zülch
11:30 - 12:00 Auswirkungen von Zeitarbeit auf das Familienleben Sandra Lemanski
12:00 - 12:30 Belastungsempfinden im Geschlechtervergleich - Individuelle Anforderungen der Vereinbarkeit von Beruflichem und Privatem an eine ausgewogene Personalpolitik Bettina Wiener
14:00 - 14:30 Metaplanabfrage: Welche organisatorischen "Maßnahmen unterstützen die Work-Life-Balance?" Gert Zülch
14:30 - 15:00 Simulationsunterstützte Arbeitszeitgestaltung unter Berücksichtigung der Work-Life-Balance Michael Leupold
15:00 - 15:30 Industriedienstleister zwischen Flexibilisierungsdruck, Fachkräftemangel und der Forderung nach der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben Manfred Bornewasser
16:00 - 16:30 Flexibalance: Betreuungsmanagement in der Zeitarbeit - neue Wege der Rekrutierung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mit Kinderbetreuungsverantwortung Bernd Benikowski
16:30 - 17:00 Abschlussdiskussion Gert Zülch