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Neue Beschäftigungsformen – Neue Formen der Bindung?

Workshop

Datum
  • 20 März, 2012 - 11:00 - 17:30
Raum
  • LG 0.141
Kontakt

  • Markus Tünte

  • Cynthia Sende

Ausgangssituation/Themenvorstellung:

Der Anteil von Beschäftigungsformen jenseits des klassischen Normalarbeitsverhältnis ist in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegen. Neben wirtschafts- und sozialstrukturellen Veränderungen wie dem verschärften internationalen Wettbewerb, der Neustrukturierung von Produktmärkten oder auch der Verkürzung von Innovations- und Produktionszyklen, hat es ein Bündel von politischen Deregulierungsmaßnahmen gegeben, die zu einer verstärkten Flexibilisierung des deutschen Arbeitsmarktes geführt haben. Welche Auswirkungen dies für die Stabilität von Beschäftigung und für die Erosion der Normalarbeit im Kern des deutschen Arbeitsmarktes hat, ist allerdings Gegenstand von anhaltenden Kontroversen. Aufgrund der deutlichen Zuwächse sind atypischen Beschäftigungsformen wie Leih- und Teilzeitarbeit, Freie Mitarbeit, befristete und geringfügige Beschäftigung mehr als nur Randphänomene. Unklar ist allerdings, welche Konsequenzen sich daraus für die Beschäftigtenbindung ergeben. Gerade bei vergleichsweise neuen Formen der Beschäftigungsflexibilisierung wie der Solo-Selbstständigkeit, der Arbeitnehmerüberlassung oder auch der Arbeit auf Abruf ist die Zusammenarbeit vertraglich auf einen befristeten Zeitraum festgelegt. Gleichzeitig gibt es aber offensichtlich deutliche Unterschiede zwischen den Beschäftigungsformen was sowohl die Integration in die Arbeitsorganisation von Unternehmen als auch die Etablierung von langfristigen und vertragsübergreifenden Beziehungen betrifft.

Adressatenkreis:

Auf dem geplanten Workshop sollen insbesondere externe Formen der Beschäftigungsflexibilisierung vergleichend in den Blick genommen werden und Aspekte der (langfristigen) Beschäftigungsbindung und -fähigkeit in unterschiedlichen Branchen beleuchtet werden. Gewünscht sind daher Beiträge sowohl von Wissenschaftlern, Interessensverbänden (z. B. zur Zeitarbeit) sowie Praktikern, die einschlägige Erfahrung mit unterschiedlichen Instrumenten der Beschäftigungsflexibilisierung gemacht haben.

Zeitlicher Umfang:

Der Workshop gliedert sich in zwei Teile (Praxisberichte und wissenschaftliche Präsentatio­nen), die einen Gesamtumfang von 3 Stunden umfassen.

Workshopteile:

Teil I: Nutzung von externen und neuen Beschäftigungsformen: Können auch bei diesen Beschäftigungsformen langfristigen Bindungen entstehen und welche Unterschiede ergeben sich im Vergleich von verschiedenen Erwerbsformen?

  • Themenblock I: Soloselbständigkeit und freie Mitarbeit: Vertragsüberdauernde Beziehungen und Formen des „Commitment“ von freien Mitarbeitern in der Verlags- und Softwareindustrie
  • Themenblock II: Bindung und Integration von Zeitarbeitnehmern in Industrieunternehmen
  • Themenblock III: Bindungsstrukturen von Leiharbeitern und Erwerbskräften mit Werksverträgen in vergleichender Perspektive

Teil II: Thema: Perspektiven und Grenzen externer Flexibilisierung – eine interdisziplinäre Betrachtung

 

Kontaktinformationen
Markus Tünte
Universität Duisburg-Essen
Institut für Soziologie
47048 Duisburg
Tel.: +49 (0)203 3792003
E-Mail: markus.tuente@uni-duisburg-essen.de

Sessions

20. März 2012
Zeit
11:00 - 11:05 Begrüßung
Markus Tünte
Cynthia Sende
11:05 - 11:45 Mehr als nur eine Form der externen Beschäftigungsflexibilisierung? Beschäftigungskontexte, Kooperationsformen und Bindungsstrukturen von freien Mitarbeitern in der Verlagsindustrie
Hannelore Mottweiler
Markus Tünte
Karen A. Shire
11:45 - 12:30 Eine quantitative Analyse der Work-Life-Balance von Freelancern
Shiva Sayah
Stefan Süß
14:00 - 14:45 Zeitarbeit aus der Mitarbeiterperspektive: Integration und Commitment von Zeitarbeitnehmern
Cynthia Sende
Christian Lehmann
14:45 - 15:30 Das Paradox loser Bindungen – Externe Flexibilisierung, Finanzialisierung und informelle Bindungsarbeit Hajo Holst Ingo Matuschek
16:00 - 17:30 Impulsvortrag durch einen Experten der Unternehmenspraxis (N.N.) und Erarbeitung eines Positionspapiers
Markus Tünte
Cynthia Sende