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Informelles Erfahrungswissen als Ressource in Arbeits- und Planungsprozessen nutzbar machen (balance.arbeit)

Workshop

Datum
  • 21 März, 2012 - 09:00 - 12:30
Raum
  • LG 4.435
Kontakt

  • Stefan Sauer

  • Tilmann Krogoll

Im Vorhaben „balance.arbeit“ soll in Unternehmen vorfindliches informelles Erfahrungswissen für ein prospektives Ressourcenmanagement für Dritte nutzbar gemacht werden. Im Zentrum steht die Frage, welche Rahmenbedingungen es Mitarbeiter/innen ermöglichen, die Balance zwischen Flexibilität und Stabilität erfolgreich zu finden und welche persönlichen Leistungsvoraussetzungen in Verbindung mit welchen Handlungs-Strategien sie dabei nutzen. Im Workshop werden Möglichkeiten aufgezeigt und diskutiert, das informelle Erfahrungswissen zu explizieren und zu vermitteln. Mittels der Konzeption des subjektivierenden Arbeitshandelns wird ein Blick auf die Bedeutung von Implizitem, Unwägbarem und Informellem für Arbeitsaufgaben und Prozesse geworfen. Aus arbeitspsychologischer Sicht wird u.a. das Handlungskompetenzkonzept nach Volpert die Diskussionen anregen.
Dabei gehen wir theoretisch davon aus, dass informelles Erfahrungswissen eine in konkreten Handlungszusammenhängen unter positiven Feedbacksituationen gebildete Ressource ist. Diese steht personengebunden für den Transfer auf neue Anforderungen zur Verfügung. Die Abhängigkeit von individuellen Erfahrungen, situativen Konstellationen und sozialen Praktiken lässt somit eine beliebige Reproduktion des informellen Erfahrungswissens nicht zu. Das bedeutet konkret, dass es nicht ohne weiteres formalisierbar oder verbalisierbar ist. Fachlich relevantes Arbeitswissen und sozial relevantes Prozesswissen sind sowohl als formalisierte Wissensbestände als auch als informelles, erfahrungsbasiertes Wissen sowohl Gegenstand betrieblicher Planung als auch deren Voraussetzung.
Mit dem in den letzten Jahrzehnten zu konstatierenden Wandel weg von einer strikten Trennung von Planung und Ausführung hin zu Konzepten der Indirekten Steuerung ist auch das Entwicklungs- und Wirkungsfeld des Erfahrungswissens auf Planungs- und Prozessverläufe zu erweitern. Empirische Befunde reichen bis zum Wissensmanagement hochqualifizierter Wissensarbeiter/innen und der Planung von Montageanlagen durch Facharbeiter/innen.
In der Praxis finden sich höchst heterogene Befunde und zum Teil widersprüchliche Entwicklungen. Und die Frage, ob diese neue Anerkennung des Erfahrungswissens ein Phänomen von mehr Subjektautonomie, Partizipation und Nachhaltigkeit ist, oder nur eine neue Qualität des verwertenden Zugriffs auf den ganzen Menschen im Arbeitsprozess darstellt, ist damit nicht schon beantwortet.

Kontaktinformationen
Stefan Sauer
Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. – ISF München
Jakob-Klar-Str. 9
80796 München
Tel. +49 (0) 89 272921-12
http://www.isf-muenchen.de/mitarbeiter/363/Stefan-Sauer
stefan.sauer@isf-muenchen.de

Tilmann Krogoll
Gesellschaft aufgabenorientiertes Lernen für die Arbeit e. V. Gerlingen – GALA e. V.
Mühlstraße 18
70839 Gerlingen
Tel. +49 (0) 7156 48757
www.gala-gerlingen.de
tilmann-krogoll@gala-gerlingen.de

Sessions

21. März 2012
Zeit
09:00 - 09:10 Begrüßung
Stefan Sauer
Tilmann Krogoll
09:10 - 09:50 Handlungsorientierung und Beteiligung als Voraussetzung für die Weitergabe und den systematischen Erwerb von informellem Erfahrungswissen Tilmann Krogoll
09:50 - 10:30 Arbeitsvermögen als Ressource der Arbeitsorganisation am Beispiel (agiler) Entwicklungsprojekte
Stefan Sauer
Sabine Pfeiffer
11:00 - 11:40 Die gesundheitserhaltende Wirkung kognitiver Handlungsstrategien in turbulenten Feldern Nina Schiml
Carolina Bahamondes-Pavez
Prof. Dr. Heinz Schüpbach
11:40 - 12:20 Das Heldenprinzip in Aktion: Ein Labor für innovative Methoden der Organisationsentwicklung Ingrid Scherübl Nina Trobisch
12:20 - 12:30 Abschlussdiskussion Alle Teilnehmer