Loggen Sie sich ein, um alle Funktionen nutzen zu können.


atypische Beschäftigung

Beschreibung

Als atypische Beschäftigung werden Beschäftigungsformen bezeichnet, die in einem oder mehreren Merkmalen vom Normalarbeitsverhältnis (unbefristete, sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung) abweichen. Für das Verhältnis von Flexibilität und Stabilität sind atypische Beschäftigungsformen deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie häufig als Instrumente zur Flexibilisierung eingesetzt werden.

Definition(en)

Atypische Beschäftigung bestimmt sich aus der Abgrenzung zum Normalarbeitsverhältnis bzw. der Unterscheidung von zentralen Eigenschaften des Normalarbeitsverhältnisses. Unter atypischer Beschäftigung werden alle abhängigen Beschäftigungsverhältnisse verstanden, die eines oder mehrere der folgenden Merkmale aufweisen: Befristung, Teilzeitbeschäftigung mit 20 oder weniger Stunden, [[Zeitarbeit]], geringfügige Beschäftigung. Atypische Beschäftigung kann häufig mit prekärer Beschäftigung einhergehen, ist mit dieser aber nicht gleichzusetzen.
(Definition der Fokusgruppe Zukunftsorientierte Arbeitszeitformen)

Atypical work refers to employment relationships not conforming to the standard or ‘typical’ model of full-time, regular, open-ended employment with a single employer over a long time span. The latter in turn is defined as a socially secure, full-time job of unlimited duration, with standard working hours guaranteeing a regular income and, via social security systems geared towards wage earners, securing pension payments and protection against ill-health and unemployment.
(European industrial relations dictionary)

Formen atypischer Beschäftigung

Als atypische Beschäftigung werden insbesondere folgende Beschäftigungsverhältnisse bezeichnet:

  • geringfüge Beschäftigung (400 €-Minijobs),
  • Teilzeitarbeit,
  • befristete Beschäftigung,
  • Leiharbeit/Zeitarbeit,
  • Solo-selbständige Beschäftigung („Freelancer“).

Regulierung atypische Beschäftigung in der Europäischen Union

In der Europäischen Union wurde die atypische Beschäftigung zu einem bevorzugten Regelungsgegenstand des Europäischen Sozialdialogs. Im Jahr 1995 hat die Europäische Kommission Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern zu drei Formen atypischer Beschäftigung eingeleitet, an denen die neu geschaffenen Instrumente des Europäischen Sozialdialogs erprobt werden sollten. Die drei Themen wurden nacheinander mit unterschiedlichem Erfolg abgearbeitet. Bei den ersten beiden Themen (Teilzeitarbeit und befristete Beschäftigung) kam es in kurzer Zeit zu einem Europäischen Rahmenabkommen (“Framework Agreement”) zwischen den Sozialpartnern, das anschließend in eine Europäische Richtlinie umgesetzt wurde. Beim Thema Zeitarbeit erklärten die Sozialpartner die Verhandlungen 2001 für gescheitert. Anschließend wurde ein normaler Gesetzgebungsprozess eingeleitet, der erst im Jahr 2008 zum Abschluss kam.

Das Ergebnis dieses Prozesses sind die folgenden EU-Richtlinien:

  • Teilzeitarbeit (“part-time work”): Richtlinie 97/81/EG des Rates vom 15. Dezember 1997 zu der von UNICE, CEEP und EGB geschlossenen Rahmenvereinbarung über Teilzeitarbeit.
  • befristete Beschäftigung (“fixed-term work”): Richtlinie 1999/70/EG des Rates vom 28. Juni 1999 zu der EGB-UNICE-CEEP-Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverträge.
  • Leiharbeit/Zeitarbeit (“temporary agency work”): Richtlinie 2008/104/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. November 2008 über Leiharbeit.

Als atypische Beschäftigung (“atypical work”) zählen in den Dokumenten der Europäischen Union außerdem:

  • Solo-Selbständige/Freelancer (“self-employed person”),
  • Telearbeit (“telework”, auch dazu gibt es ein europäisches Rahmenabkommen vom 16. Juli 2002, das jedoch nicht in eine Richtlinie umgesetzt wurde).

Projekte und Fokusgruppen zum Thema atypische Beschäftigung

Projektlogo

Benutzer, denen das Thema atypische Beschäftigung gefällt

Publikationen zum Thema atypische Beschäftigung

2011

2010

2009