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Netzwerke

Beschreibung

1. Netzwerkorganisation

2. Soziales Netzwerk

 

1. Netzwerkorganisation

intermediäre Form der Organisation ökonomischer Aktivitäten zwischen Markt und Hierarchie. Bei der (seltener betrachteten) intraorganisationalen Netzwerkorganisation gehören die einzelnen Einheiten der Netzwerkorganisation zwar einem rechtlich selbstständigen Unternehmen an, für deren Koordination wird jedoch verstärkt auf Marktmechanismen zurückgegriffen. Im Fall einer interorganisationalen Netzwerkorganisation hingegen schließen sich mehrere rechtlich selbstständige, wirtschaftlich allerdings interdependente Unternehmen zusammen, um durch die wechselseitige Ergänzung oder Bildung von Kernkompetenzen Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Durch die Netzwerkorganisation sollen (z.B. Skalen-)Vorteile des vertikal integrierten Großunternehmens und (bes. Flexibilitäts-)Vorteile kleiner Unternehmen kombiniert werden. Aufgrund der vergleichsweise ausgeprägten Autonomie der beteiligten Unternehmen stellt die Netzwerkorganisation ein polyzentrisches System dar, das sich durch komplexe, eher kooperative und mehr oder weniger stabile Beziehungen zwischen den Partnern auszeichnet. Wenn die Bildung einer Netzwerkorganisation strategisch motiviert ist und das Netzwerk ein strategisch führendes (fokales) Unternehmen besitzt (Strategie), spricht man von einem strategischen Netzwerk (z.B. die japanischen Keiretsu). Im Gegensatz dazu verfügt das regionale Netzwerk, das eine ausgeprägte räumliche Konzentration der (meist kleineren) der Netzwerkorganisation angehörenden Unternehmen aufweist, eher über eine informale Struktur und emergente Strategien.

Zitiert nach:

Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Netzwerkorganisation, online im Internet:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/6925/netzwerkorganisation-v7.html (Zugriff am 29.02.2012)

 

 

2. Soziales Netzwerk

Der Begriff soziales Netzwerk bezeichnet ein Beziehungsgeflecht, das Menschen mit anderen Menschen und Institutionen sowie Institutionen mit anderen Institutionen verbindet. Menschen sind untereinander zum Beispiel durch Beziehungen in der Familie und Verwandtschaft, aber auch mit der Nachbarschaft und in der Arbeitswelt vernetzt.

Der Begriff soziales Netzwerk hat eine weite Verbreitung in der Sozialen Arbeit gefunden. Das ist in seiner vielseitigen Anwendbarkeit begründet. Er eignet sich für die theoretische Analyse, kann aber auch zu diagnostischen Zwecken (Diagnose) oder zur Darstellung von Unterstützungsstrukturen eingesetzt werden. So haben sich im Zusammenhang mit diesem Begriff weitere Fachausdrücke wie zum Beispiel Netzwerkansatz, Netzwerkarbeit, Netzwerkförderung oder Netzwerkanalyse entwickelt. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen werden auch als Netzwerker bezeichnet, wenn sie soziale Netze fördern und stützen.

Für soziale Netzwerke gelten folgende Unterscheidungen:

  • primäre oder persönliche Netzwerke. Hiermit sind Netzwerke in der Familie und Verwandtschaft, nachbarschaftliche Netzwerke und freundschaftliche, das heißt selbst gewählte Netzwerke gemeint. Aber auch altersspezifische, frauenspezifische oder arbeitsplatzspezifische Netzwerke fallen darunter;
  • sekundäre oder gesellschaftliche Netzwerke. Hierzu gehören institutionelle Netzwerke wie zum Beispiel Handwerksbetriebe, Versicherungsunternehmen, Kaufhäuser, Industriebetriebe und öffentliche Einrichtungen der Infrastruktur wie zum Beispiel Kindergarten, Schule, Hochschule, Soziale Dienste, Verkehrssysteme;
  • tertiäre Netzwerke. Sie sind zwischen den primären und sekundären Netzwerken angesiedelt und haben eine vermittelnde Funktion. Es handelt sich hierbei um Gruppen der Selbsthilfe, Bürgerinitiativen und um professionelle Dienstleistungen wie Krankenpflegedienste, Gesundheitsberatung oder Einrichtungen der Sozialen Arbeit.

Soziale Netzwerke bieten praktische, emotionale und kognitive Unterstützung in Belastungs- und Krisensituationen. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen bemühen sich um Einfluss auf Netzwerke, damit sie für Menschen zugänglich werden, die dies aus eigener Kraft nicht oder noch nicht schaffen. Durch Vernetzung der Sozialen Dienste mit Selbsthilfegruppen, Verbänden und unterschiedlichen Fachleuten auf regionaler und überregionaler Ebene kann das Dienstleistungsangebot insgesamt erhöht und effektiver zugänglich gemacht werden.

 

Zitiert nach:

http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/projekte/slex/seitendvd/konzepte/l53/l5385.htm (07.03.2012)

 

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