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Kompetenz

Beschreibung

F. E. Weinert hat 1999 in einem Gutachten für die OECD verschiedene Definitionsmöglichkeiten aufgezeigt und 2001 die heute in Deutschland meistzitierte Variante formuliert. Danach sind Kompetenzen

„die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können“ (Weinert 2001, S. 27 f.).

Individuelle Kompetenz umfasst also netzartig zusammenwirkende Facetten wie Wissen, Fähigkeit, Verstehen, Können, Handeln, Erfahrung und Motivation. Sie wird verstanden als Disposition, die eine Person befähigt, konkrete Anforderungssituationen eines bestimmten Typs zu bewältigen (vgl. Klieme et al., S. 72 f.), und äußert sich in der Performanz, also der tatsächlich erbrachten Leistung.

Diese Auffassung von Kompetenz liegt im Wesentlichen sowohl der Konzeption der PISA-Studie als auch den in den letzten Jahren entwickelten KMK-Bildungsstandards zu Grunde. Letztere konzentrieren sich dabei auf fachspezifische kognitive und damit relativ gut überprüfbare Leistungsbereiche. Sofern übergreifende Fähigkeiten wie Denkvermögen, Argumentations- und Problemlösefähigkeit sowie der Umgang mit Präsentationstechniken ausgewiesen werden, sind sie als Kompetenzen innerhalb der fachspezifischen Bildungsstandards beschrieben. Dies stützt die Auffassung, dass derartige Kompetenzen nicht isoliert, sondern nur mit inhaltlichem Bezug vermittelt werden können.

Voneinander abzugrenzen sind die häufig synonym verwendeten Begriffe „Kompetenz“ und „Qualifikation“: Während „Kompetenz“ individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten beschreibt, drückt der Begriff „Qualifikation“ eine konkrete, personenunabhängige Befähigung bzw. Eignung aus, eine Tätigkeit regelmäßig auf einem bestimmten Niveau ausführen zu können.

Unter Qualifikation wird häufig auch der Nachweis dieser Befähigung verstanden (z. B. Führerschein) und damit die Berechtigung zu einem bestimmten Tun. Kompetenzen sind insofern Voraussetzung für den Erwerb von Qualifikationen.

·  Klieme, E. et al.: Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards. Eine Expertise. Berlin 2003.

·  Weinert, F. E.: Vergleichende Leistungsmessung in Schulen – eine umstrittene Selbstverständlichkeit. In: Weinert, F. E. (Hrsg.): Leistungsmessungen in Schulen. Weinheim und Basel 2001, S. 17-31.

·  Weinert, F. E.: Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, in: Matalik, S./Schade, D. (Hrsg.): Entwicklungen in Aus- und Weiterbildung. Anforderungen, Ziele, Konzepte. Baden-Baden 1998, S. 23-43.

 

 

Zitiert nach:

Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (Hrsg.): Informationsblatt „Kompetenz … mehr als nur Wissen!“ April 2006. München, 1.

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2008