Loggen Sie sich ein, um alle Funktionen nutzen zu können.


Gesundheit

Beschreibung

Salutogenetisches Konzept von Antonovsky (1980)

Salutogenese ist eine Wortneuschöpfung, die er dem Begriff “Pathogenese“ (Krankheitsentstehung) gegenübergestellt hat. Es ist die erste integrative Theorie zur Erklärung von Gesundheit und er führte damit einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Wissenschaft herbei: Von der Frage: „Was macht den Menschen krank?“ hin zu: „Was hält ihn gesund?“.

 

Wichtige Bestandteile:

1. Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum:

- Keine klare Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit sondern ein Kontinuum mit zwei Endpunkten.

- Stand einer Person ergibt sich aus einem interaktiven Prozess zwischen Stressoren und Widerstandsressourcen im Kontext der Lebenserfahrung der Person.

- Psychosoziale, psychische und biochemische Stressoren

- Somatische, psychische, materielle, soziale, kulturelle und makrostrukturelle Widerstandsressourcen

2. Kohärenzsinn, zentrale Widerstandsressource:

Grundorientierung, die als Ausmaß eines umfassenden, dauerhaften und gleichzeitig dynamischen

Vertrauens in die folgenden drei Komponenten ausgedrückt wird:

- Verstehbarkeit

- Handhabbarkeit

- Sinnhaftigkeit

 

Integratives Anforderungs-Ressourcen-Modell von Becker (1992)

Der Kerngedanke sagt, ähnlich Antonovsky, dass der aktuelle Gesundheitszustand davon abhängt, wie eine Person es schafft mit bestehenden Ressourcen bestimmte Anforderungen zu bewältigen.

 

Sowohl Anforderungen als auch Ressourcen werden aufgeteilt in:

- Externe psychosoziale

- Externe physische

- Interne psychische

- Interne physische

 

Sozialisationstheoretisches Gesundheitsmodell nach Hurrelmann (1988)

Komplexes Modell der Interdepenzen von Lebensbedingungen, Belastungen, Ressourcen und Symptomen. Symptome resultieren aus der Überforderung der Ressourcen durch Belastungen.

- Symptome: soziale, psychische und somatische Auffälligkeiten

- Ressourcen: personale und soziale Kapazitäten der Lebensbewältigung

- Belastungen: soziale, psychische und somatische Risikofaktoren

 

Eigene Definition von Gesundheit:

- „Gesundheit als Teil der individuellen lebensgeschichtlichen Entwicklung, als Koordination der inneren und äußeren Anforderungen, als zufriedenstellende Kontinuität des Selbsterlebens, als persönliche Selbstverwirklichung…”

- “…wenn eine Person in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung im Einklang mit den eigenen Möglichkeiten, Zielvorstellungen und gegebenen äußeren Lebensbedingungen ist.“

 

Mandala-Modell der Gesundheit nach Hancock (1990)

Ökologisches Modell menschlicher Gesundheit mit vier Ebenen:

- Humanbiologie

- Lebensweisen

- Psychosoziale Umwelt

- Physische Umwelt

 

Dynamisches und interaktives Modell: Alle Faktoren stehen in Wechselwirkung zur Gesundheit des Menschen und wirken aufeinander verstärkend oder abschwächend.

 

Das Mandala-Symbol weist auf die Einheit von Mensch und Universum hin.

Das Modell betont Ansatzpunkte für die Gesundheitspolitik und -förderung.

 

____________

 

Unterschiede und Gemeinsamkeiten der vier wissenschaftlichen Gesundheitsmodelle:

 

Gemeinsamkeiten:

- Umfassendes Verständnis von Gesundheit in ihren somatischen, psychischen und sozialen Dimensionen

- Einbeziehung von Ressourcen und Risiken

- Gesundheits-Krankheits-Kontinuum statt Zweiteilung in Gesundheit und Krankheit

- Hoher Grad an Integration, Interaktion und Dynamik aller Faktoren

 

Unterschiede:

- Becker formuliert Risiken und Ressourcen detailliert aus, Hancock kaum.

- Antonovsky hebt Kohärenzsinn hervor

- Fokussierung auf die seelische Gesundheit bei Becker

- Hurrelmann lenkt das Augenmerk auf die Bedeutung der individuellen lebensgeschichtlichen Entwicklung im Kontext zu den Sozialisationsbedingungen

- Hancock betont die Ableitung konkreter politischer Handlungsstrategien

 

Zitiert nach:

http://gesundheits-und-sozialmanagement.de/wissenschaftliche-konzepte-von-gesundheit/ (Stand vom 22.09.2009)

 

Projekte und Fokusgruppen zum Thema Gesundheit

Benutzer, denen das Thema Gesundheit gefällt

Publikationen zum Thema Gesundheit

2011

2010

2009